10 Jahre Schwarze Crux

Diese als „Schiefergebirgsinsel von Schmiedefeld-Vesser“ bezeichnete Zone liegt fensterartig in mitten jüngerer, meist im Oberkarbon entstandener Vulkanite, die gemeinsam mit Rotliegend-Gesteinen den größten Teil des Thüringer Waldes ausmachen. Die Schiefer der sogen. „Vesser-Gruppe“ sind als tonig-sandige Sedimente, also Ablagerungsgesteine im Randbereich des kambrischen Meeres zu deuten.

Durch submarine vulkanische Aktivitäten wurden in diese Schichten auch zahlreiche Vulkanite, Basite und Tuffe eingelagert. Das so entstandene, über 1000 m mächtige Schichtpaket, erfuhr während der „Variszischen Gebirgsbildung“ eine sehr starke Umwandlung und Deformierung. Zusätzlich zu der variszischen „Regionalmetamorphose“ drang vor etwa 330 Millionen Jahren ein Granitmagma in den Schieferkomplex ein und beeinflusste dessen Gesteinseigenschaften.

Die Schiefer veränderten durch die Aufheizung am Granitkontakt ihr Aussehen und ihren Mineralbestand. Sie wurden sozusagen „aufgebacken“ und liegen jetzt als dunkle, dichte Hornfelse vor. In der Erdneuzeit (Tertiär) erfolgte schließlich die Herraushebung des Gebirgszuges von Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge durch großtektonische Bewegungen der Erdkruste. Die uralten Gesteine gelangten an die Erdoberfläche und wurden durch die noch immer währende Erosion freigelegt. Dieser Historie ist nur hinzuzufügen, dass Indizien gefunden wurden, die auf einen frühen Bergbau durch die Kelten hindeuten. Das war vor ca. 5000 bis 5500 Jahren. Erste urkundliche Erwähnung fanden die Crux-Zechen in einer Schenkungsurkunde des fränkischen Adligen Adelbarth aus dem Jahre 900. Der Franke schenkte das Dorf Vesser mit seinen Crux-Zechen oder Krux-Zechen dem Kloster Fulda. Schon damals wurde in der Mehrzahl von Crux-Zechen gesprochen.

Dann gab es nachgewiesenen Bergbau bis zum Jahre 1924.

Postkarte vom ehemaligen Ferienheim

 

Nach diesem Zeitpunkt verfielen die Zechen bis zum Jahre 1993 in einen Dornröschenschlaf! Jetzt begann der Kampf des neuen Eigentümers Karl Rieger, um einen Teil der Zechen wieder zu erwecken. Karl Rieger hatte das ehemalige Ferienheim des Bezirkskrankenhauses Meiningen erworben. In kleinen Schritten begannen erste Umbaumaßnahmen am Ferienheim zu einem Waldgasthaus mit Pension.

Eine Erste Kaue

Aufbau erfolgte Schritt für Schritt, hier der Bau einer ersten behelfsmäßigen Kaue. Dann wurde an den Gasthof, der sich im ehemaligen Zechenhaus befand ein kleines Bergbaumuseum angebaut, indem über den Abbau der in den Crux-Zechen abgebauten Bodenschätze, die eingesetzten Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände der Bergleute und über den Werdegang der abgebauten Mineralien berichtet wird.

Bau des Bergbau-Museums und der Besucherkaue

Bergbaumuseum Markscheiderinstrumente

 

 

 

 

 

Bergbaumuseum Werkzeuge

Im Jahre 2006 wurde das Bergwerksmuseum „Schwarzer Crux“ durch Florian Silbereisen im Rahmen seiner Rennsteigwanderung vorgestellt. All das waren große Anstrengung und der Erfolg ist dem unbändigen Willen Karl Riegers zu verdanken. Nach den ersten Erkundungen untertage wurde die Grube von Schutt befreit.

Es wurden Trockenmauern errichtet, die Wege geebnet, eine Beleuchtung eingerichtet. Weiter erfolgte der Bau eines Einstieges

Erdarbeiten

Es ist bekannt dass man dazu viel Papier zu beschreiben und zu versenden hat. Es war am 12.Mai 2007 als das Besucherbergwerk „Schwarze Crux“ feierlich eröffnet werden konnte.

Erste Übung der Höhlenretter im September 2007

Stück für Stück kam Neues hinzu, die Beleuchtung des Gloria-Schachtes, der 53 m tief in den Berg führt, die Beleuchtung der Kammern mit einem künstlichem Sternenhimmel mittels Laserstrahlen, die herrlich an den Magnetitkristallen im Fels reflektiert werden. Eine Beschallung durch eine Musikanlage, die den Gesang der Gregorianer in den Kammern der Grube zum Genuss werden lassen und die Einrichtung einer Heilgrotte

Sternenhimmel in der Grube

Bergmann bei der Arbeit im Haufwerk der Heilgrotte

 

 

 

Sicht in Richtung Mundloch

Am 23.Mai 2009 erblickte unser Berggeist „Cruxel“ aus der Tiefe der Felsenklüfte erstmals das Sonnenlicht!

Taufurkunde

Glück auf, du holdes Sonnenlicht, sei innig mir gegrüßt!

Der achtet deiner Strahlen nicht, der täglich sie genießt.
Ich aber steige Tag für Tag hinab in tiefen Schacht,
wobei des Fäustels muntern Schlag kein Sonnenlicht mir lacht.
Drum grüßt dich auch der Bergmann froh,
steigt er zum Licht herauf,
kein ander Herz begrüßt dich so, kein Mund ruft so: Glück auf!

(Aus Anacker / Döring Bergmannskantate

 

Cruxel erwacht

Einkomponenten Seismograph und zughöriges Aufzeichnungsgerät (Plotter)

Am 09.10.2012 wurde in Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Geowissenschaften ein Seismograph im Bergwerk installiert, indem seit diesem Zeitpunkt Erderschütterungen aufgezeichnet werden. Die analogen Signale des Dreikomponenten-Seismographen CMG-3ESCP werden durch einen REFTEK 130 in digitale Signale umgesetzt und per UMTS nach Jena gesandt. Der Seismograph gehört zum Thüringer Seismischen Netz in das zahlreiche Messpunkte in Bergwerken, Talsperren oder anderen interessanten Stellen integriert sind. Von dort werden sie nach Leipzig zur dortigen Universität gesandt, wo Sie in die Mitteldeutschen Erdbebenaufzeichnung integriert werden.

Diese könne über die Webseite http://linap6.geo.uni-leipzig.de/sxweb/ abgerufen werden.

Jährlich findet das Bergmanns-, das Sommer, und das Herbst- oder (Oktoberfest) statt. Dazwischen finden sich die unterschiedlichsten  Höhepunkte, die sich aus dem Leben der regionalen Vereine und aus territorialer Ereignisse ergeben. So zum Beispiel der Auftritt des Shanty-Chores Geraberg zum Sommerfest im August 2013.

Oder das Treffen des Rennsteigvereins zu dem es gute Kontakte gibt

Sommerfest 2013

Zu den Höhepunkten am Besucherbergwerk gehörte auch die im Jahre 2015 durchgeführte Versammlung des Landesverbandes der Thüringer Bergmanns- Hütten- und Knappenvereine.  Darüber hinaus treffen sich die Vereinsfreunde mit Ihren Gästen, um Bergmännische Höhepunkte zu feiern, wie Barbaratag und Mettenschicht!

Möge die Heilige Barbara dem Besucher-Bergwerk und seinen Mitarbeitern in Zukunft auch freundlich gesinnt bleiben!

Glückauf!

Autor:

Dipl.-Ing. Hans-Rainer Bergmann

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